Vorfahrt oder keine Vorfahrt

Das muss mal einer verstehen. An der Herforder Straße in Bad Oeynhausen wurde die „Rechts vor Links“-Regelung aufgehoben.

Laut Neuer Westfälischen aus folgenden Grund:

Die Experten von Verkehrsschau und Unfallkommission hatten festgestellt, dass es im westlichen Teilstück der Herforder Straße in den vergangenen Monaten zu einer Häufung von Unfällen gekommen ist. Diese Situation wurde vor allem auf die Rechts-vor-Links-Regelung zurückgeführt.
Quelle: NW

Es soll jetzt also sicherer sein. Das ist der neue Perso ja auch 😛

Ein Beispiel dazu.

Aus Löhne kommend fährt man in eine Tempo 30-Zone mit Rechts vor Links. Nach passieren der Ortsgrenze Bad Oeynhausen ist jetzt also Tempo 30 mit Vorfahrt an der jeweils nächsten Kreuzung. Die Herforder Straße geht nachher in die Brunnenstraße über, da der weitere Verlauf der Herforder Straße eine Fußgängerzone ist. Die Brunnenstraße selber ist aber wieder Rechts vor Links.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Gegenrichtung.

Der Autofahrer muss sich also dreimal in Folge an andere Vorfahrtsregeln halten. Des weiteren kommt es durch die neuen Vorfahrtsregeln an der Herforder Straße natürlich auch zu einer höheren Geschwindigkeit. Man muss ja nicht mehr an jeder Kreuzung aufpassen. Die Tempo 30 hält hier sowieso keiner ein.

Was bewirkt das jetzt also am Verkehrsfluß? Erst langsam und achtsam fahren, dann schnell und dann wieder langsam und achtsam.
Bisher habe ich als Anwohner in den letzten 10-15 Jahren  keine Anhäufung von Unfällen festgestellt. Aber ich bin ja auch kein Experte.  Wenn sich wirklich -was ich aber nicht glaube- so viele Unfälle ergeben haben, dann liegt es nicht an der Vorfahrtsregelung, sondern an die eher überhöhte Geschwindigkeit. Hier fährt keiner wirklich 30. Eher 50 oder 60.

„Aus diesem Grunde wurde der Stadt empfohlen, durch Änderung der Vorfahrtregeln für eine höhere Verkehrssicherheit zu sorgen“, so Printz.
Quelle: NW

Und die Stadt tut natürlich alles, was empfohlen wird. Lass mich mal nachdenken, SWAP-Geschäft wurden doch auch empfohlen, oder?

Aktualisiert am 24. September 2010
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Kategorie Bad Oeynhausen

3 Kommentare

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  1. Kommentar von Lars:

    Wo 30 km/h ist, da fahre ich auch 30. Sehr zum Ärger der hinter mir Fahrenden … 🙂

    Rechts vor Links ist sehr oft wirklich gefährlich, weil man die Straßen rechts in vielen Fällen nur schwer einsehen kann.

    Da muß man dann vor der Straße anhalten – oder sogar später, wenn man dann im letzten Augenblick ein Auto von rechts heranschießen sieht, mit Vollbremsung (von 30 km/h herunter, natürlich) oder Gasgeben, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

    Das viele Anhalten und Wiederanfahren an den Rechts-vor-Links-Stellen ist weiterhin auch nicht im Sinne des Umweltschutzes, des Lärmschutzes und eben – wie zuvor geschrieben – der Verkehrssicherheit an vielen schwer einsehbaren Straßen (selbst bei 30 km/h). Ein flüssiges Fahren mit 30 km/h auf der »Hauptverkehrsstraße« hat durchaus Vorteile gegenüber den vielen Bremsmanövern, die die Rechts-vor-Links-Nebenstraßen erfordern.

    Daß nun in diesem konkreten Fall an der Herforder Straße unterschiedliche Vorfahrtsregelungen gelten, ist unglücklich. Da sollte man insgesamt Rechts-vor-Links beibehalten oder abschaffen.

    Zur Einhaltung von 30 km/h hilft Rechts-vor-Links nur sehr bedingt. Zeigt sich ja an den hohen Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden. Hier wären häufigere Kontrollen notwendig (und höhere Strafen, wie in anderen Ländern).

    24. September 2010 @ 17:04
  2. Kommentar von Andreas:

    Doch, rechts vor links hilft, die Geschwindigkeiten zu senken. Unsere Verwaltung setzt dieses Mittel z.B. an der Hahnenkampstraße bewusst und mit abenteuerlichen Verkehrsschildversetzungen ein.

    Die Unfälle passieren, weil „die Leute“ eben nicht 30 fahren oder nicht aufmerksam sind. Bei 30 Km/h und etwas aufpassen wird es an kaum einer Einmündung knapp. Da muss dann schon einiges zusammen kommen.

    Ich habe mich heute morgen auch schon über den Artikel ausgelassen. Hier wird wieder mal nicht darauf geachtet, dass die Regeln eingehalten werden, sondern die Regeln dem verkehrswidrigen Handeln angepasst. Anweisung der übergordneten Behörde hin oder her.

    24. September 2010 @ 18:38
  3. Pingback von Neue Westfälische - Blogspot:

    […] In Bad Oeynhausen wurde an der Herforder Straße die Vorfahrtsregel geändert. “Rechts vor Links” gilt nicht mehr, was nun zu weniger Unfällen führen soll (siehe NW-Artikel hier). Das bezweifelt nicht nur Andreas (Link), sondern auch “Agadius”: Agadius – Vorfahrt oder keine Vorfahrt […]

    26. September 2010 @ 22:35

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