Ich verklage dich …

und wenn ich verliere, zahlst du trotzdem einen Teil der Prozesskosten.

So ist auf jeden Fall die Meinung der AFACT in Australien.  So steht es bei Gulli geschrieben.

Das muss man sich mal vorstellen, da wird ein Internetserviceprovider (ISP) verklagt auf etwas, worauf er überhaupt keinen Einfluß hat und soll trotz des von der Gegenseite verlorenen Prozesses die Zeche zahlen.
Der Manager des ISps hat es gut erkannt!

Der Manager von iiNet, Michael Malone, war mehr als irritiert über diese Ankündigung: „Wir haben sie nicht dazu aufgefordert, uns zu verklagen. Sie kamen zu uns, haben uns verklagt und haben verloren. Ich sehe nicht, wieso wir auch nur einen Teil der Prozesskosten tragen sollten.“ Der Provider genießt seinen juristischen Erfolg. „Ich sehe den Betrag, den wir für die Verteidigung ausgegeben haben. Und die Filmstudios haben ohne Zweifel noch weit mehr Kosten gehabt. Wenn man nur darüber nachdenkt, was damit möglich gewesen wäre, hätte man es stattdessen in Online-Content investiert.“

Quelle: http://www.gulli.com/news/afact-prozesskosten-zahlen-wir-nicht-2010-02-23

Leider ist so ein Vorgehen der „Musik- und Filmindustrie“ und deren Sympathiesanten normal. Man sieht es am Abmahnwahn, dem fehlenden Content oder den dauerhaften Parolen gegen die bösen Raubkopierer.
In meinen Augen hat die Industrie einfach die Zeichen der Zeit verpennt. Anstatt da jetzt dynamisch und kreativ drauf zu reagieren, versucht man das tote Pferd weiter zu reiten.

Ich habe eine Unmenge an MP3-Dateien auf der Festplatte, welches ich durch Tausche mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen bekommen habe. Wo die das immer her hatte, weiß ich nicht. Dies ist für mich genau dasselbe tauschen wie CDs oder Kasetten überspielen von damals. Nur eben etwas komfortabler.
Und damals wurde die Musikindustrie auch nicht davon pleite. Ich denke eher, das es an dem Schrott liegt, was sie produzieren.

Ich habe Alben von U2, Westernhagen, die Ärzte. Aber auch von Unheilig, Lacrimosa und Theatre of Tragedy. Die einen Weltstars und die anderen damals noch nicht so bekannt, heute umso mehr.
Die habe ich mir gerne gekauft und auch immer wieder gerne gehört. Nachher zum MP3 gerippt, weil es besser auf dem USB-Stick passt wie eine CD 😛

Wo ist denn der Superstar Alexander? Oder wo ist James Blunt? 2 Lieder mehr oder weniger schäbig und das war es.  Sowas möchte ich nicht konsumieren.
Man sieht es auch im Filmbereich. Mit Avatar wurde ein guter Film gedreht. Schon ist das Kino trotz kino.to rappelvoll und es werden Millarden eingenommen. Trotz den bösen Raubkopierern.

Es kann doch nicht so schwer sein! Besserer Content, modernere Vertriebswege. Damit würde ein großer Teil des Raubkopiertums eingeschränkt.  Aber dafür ist die „Musik- und Filmindustrie“ zu dämlich.

Aktualisiert am 23. Februar 2010
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Kategorie Internet, Musik, TV/Movie

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