Ballmann ist tot – Es lebe Ballmann!

Mit einem großen Knall durch Udo Vetter (Lawblog) ging die Ära des Blogs „Im Namen des Volkers“ zu Ende.  Dort hatte ein Richter namens Ballmann über verschiedene Fälle seiner aus der Praxis gebloggt. Aber fangen wir von vorne an.

Es geschah, das neben den vielen bloggenden Anwälten, ein Richter den Mut fasste über die Sichtweisen eines Richters zu bloggen. Erst war es einfaches Blog bei WordPress.com. Dieser Richter (wobei zu diesem und auch späteren Zeitpunkt nicht klar war, ob es wirklich ein Richter ist) gab sich den Namen Ballmann. Frei nach der Figur im Buch „Ballmanns Leiden oder Lehrbuch für Konkursrecht“.

Dieser Ballmann sah das Juristentum eben von der anderen Schreibtischseite und bloggte darüber. Er nahm Themen von Platzhirschen wie Udo Vetter auf und stellte immer mehr die Methodik bzw. die Selbstbeweihräucherung desselbigen in Frage. In Neudeutsch bashte er ihn sozusagen.
Ob das alles so toll war oder nicht, sei mal dahingestellt. Mir ging es später auch bischen auf die Nuss, aber man kann eben nicht alles haben.

Nun begab es sich so, das Lawblogger Udo Vetter eine Entscheidung des Amtsgericht München als „Schlupfloch aus unliebsamen Verträgen“ sieht. Dieses war für Ballmann Anlaß genug den Text als ganzes in sein Blog zu nutzen und zu kommentieren. Er bashte sozusagen wieder. Daraufhin schickte Udo Vetter ein Fax zur Unterlassung direkt an die Geschäftsstelle des Ballmanns. Da Ballmann anonym war und dies direkt an die Geschäftsstelle ging, war seine Anonymität aufgeflogen. Gut, das war nichts weiter schwieriges seine Identität herauszufinden, wenn man nur wollte.

Ballmann korrigierte wie im Fax gewollt den Blogeintrag und veröffentlichte aus Gründen der Transparenz und vielleicht auch erneutes Bashing das FAX an ihn.

Dies nahm Udo Vetter zum Anlass von Null auf atomaren Erstschlag umzustellen und veröffentlichte den Klarnamen, sowie Dienstelle des Ballmanns. Dieser schloss sofort das Blog und es wird wahrscheinlich auch nicht wieder kommen.

Auch wenn ich das Bashing von Ballmann nicht gerade gut fand, was aber auch aus meiner Laiensicht so manches mal aber auch berechtigt war, finde ich es anmaßend jemanden so in die Öffentlichkeit zu zerren. Es gab vorher sicherlich bestimmt Mittel und Wege die hätten genutzt werden können.

Dementsprechend ist das Lawblog für mich gestorben. Oder mit Michael Moores Worten „Shame on You, Mr. V.“.

Ich hoffe, das vielleicht nochmal ein Richter die andere Seite zeigt. Denn es war sehr interessant mal ein ganz kleinen Teil des Entscheidungsprozesses bei Urteilen mitzubekommen. Oder auch die Fälle, die vor Gericht ausgetragen werden.

Aktualisiert am 19. Februar 2010
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Kategorie Internet

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