„Wo bitte geht´s zu Gott?“ fragte das kleine Ferkel

Wo bitte geht´s zu GottNachdem ich durch Spreeblick mitbekommen habe, das ein Antrag auf Indizierung vom Bundesfamilienministerium im Dezember 2007 für ein Kinderbuch gestellt wurde, habe ich mir dieses Buch erstmal bei Amazon bestellt.

Das Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel“ von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke, erzählt die Geschichte von einem kleinen Ferkel, das ein Plakat an sein Haus gepappt bekommt auf dem „Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas“ steht.

Da sie Gott nicht kennen, machen sie sich auf die Suche nach ihm und gehen zu den „Vertretern“ dreier großer Weltreligionen. Sie fragen einen Rabbi, einen katholischen Pfarrer und einen Mufti des Islams.

Leider konnte keiner eine für Kinder befriedigende Antwort geben. Die beiden sind aufgrund des – ich sage mal-Umgangs mit der Religion nun überzeugt, das „Wer Gott kennt, dem fehlt etwas“.

Ich persönlich finde die Geschichte gut. Das Bundesfamilienministerium möchte es auf den Index setzen, weil die kirchlichen Vertreter nicht gerade nett gezeichnet sind und weil die biblische Geschichte nicht gerade sehr kinderfreundlich ist.

Ein Auszug dazu aus dem Wikipedia-Eintrag:

„Im Dezember 2007 beantragte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Indizierung des Kinderbuchs als jugendgefährdende Schrift.[1] Im Antrag heißt es, Text und Abbildung des Buches wiesen „mithin antisemitische Tendenzen auf“. Das Buch sei somit geeignet, „Kinder und Jugendliche sozial-ethisch zu desorientieren“. Über den Antrag wird am 6. März 2008 entschieden.[2]

Der Antrag zitiert folgende Textstelle:[1]

„Eines Tages“, sagte der Rabbi, ärgerte sich Gott, der Herr, so sehr über die Menschen, dass er sich entschloss, alles Leben auf der Erde zu vernichten. „Alles Leben?“, fragte das Ferkel erschrocken. „Alle Menschenbabys, alle Omas und alle Tiere? Auch die Ferkel, die Igel, die Schmetterlinge und die kleinen Meerschweinchen?“ „Ja, alles Leben“, antwortete der Rabbi.

Aus dieser Textpassage ergebe sich eine Darstellung der „jüdische(n) Religion als besonders Angst einflößend und grausam“. Eine Abbildung, die zeige, wie der Rabbi „einem Vertreter des christlichen Glaubens eine Schriftrolle auf den Mund drückt und ihn zu ersticken droht,“ sowie die Bilder der Sintflut-Handlung stellten „die jüdische Religion als besonders menschenverachtend, grausam und mitleidslos dar“.“

Da wird gleich wieder die Antisemitismus-Keule rausgeholt um religionskritische Sachen zu indizieren. Mich „kotzt“ es mittlerweile an, das man ständig aufpassen muss was man wie sagt. Man steht sonst sofort in der Political-Correctness-Tabuzone.

Alleine die Geschichte mit der Stofffigur, die eine englische Lehrerin im Sudan nach Abstimmung mit der Klasse Mohammed genannt hat. Dafür wurde sie verhaftet wegen Abbildung eines Propheten.

Ja HALLO, was ist denn mit den ganzen Menschen die Mohammed heißen und Attentäter für irgendwas sind? Sind die nicht viel religionsschädigender als ein Teddy?

Es ist traurig, was aus den Religionen geworden ist. Ich kann da nur das Buch Sofies Welt von Jostein Gaarder erinnern. Was schon mit einem Zitat von Wolfgang von Goethe anfängt.

„Wer nicht weiß, sich von 3000 Jahren Rechenschaft zu geben,
der bleibt im dunkeln unerfahren,
und mag von Tag zu Tage leben.“

Und so ist es auch. Die meisten Menschen sollen sich erstmal klar darüber werden, wie die einzelnen Religionen entstanden sind.

z.B. ist der Islam gerade erstmal 1400 Jahre alt. Somit eine der jüngsten Religionen.

Da fällt mir noch ein. Es gab 2000 doch mal ein Antrag auf Indizierung der Bibel im Index der jugendgefährdenden Schriften wegen gewaltverherrlichenden Szenen. Ich glaube das war von der Kanzlei Sailer und Hetzel damals. Ich habe die Broschüre noch irgendwo liegen. Ich schaue mal nach und schreibe dann mal etwas dazu.

So, habe mich genug darüber aufgeregt.

Aktualisiert am 12. Februar 2008
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2 Kommentare

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  1. Kommentar von malte:

    ohne hier jetzt wahnsinnig klugscheißen zu wollen; am 16. Juli 622 fängt die islamische zeitrechnung an

    12. Februar 2008 @ 09:14
  2. Kommentar von Agadius:

    @Malte

    Ja, da hast du natürlich recht. Steht ja auch so in der Wikipedia.
    Ich habe vom Unterricht her aber immer die Zahl 700 im Kopf, wenn es um das Alter geht.
    Jedenfalls ist es eine der jüngsten Weltreligionen.

    Danke für den Hinweis. Habe es soeben korrigiert.

    EDIT: Ah, jetzt weiss ich wieder wieso 700. Im Jahre 700 wurde der Islam gegründet. So grob 🙂

    12. Februar 2008 @ 16:39

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